Bettina Fraisl - imago - Beziehungstherapie

Deutsch/English

Kopfbild für Warum Beziehungstherapie?

Warum Beziehungstherapie?

„Wir werden in Beziehung geboren, wir werden in Beziehung verletzt, und wir können in Beziehung heilen.“ Harville Hendrix

 

Beziehungsarbeit - Beziehungspflege

Wir putzen uns nicht nur täglich die Zähne, sondern gehen auch regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle; wir bringen unser Auto in vertretbaren Zeitabständen zum Service, sicher aber zur Reparatur, sobald etwas spürbar nicht in Ordnung ist; wir gießen und düngen unsere Blumen, damit sie gut gedeihen. Von einer Beziehung jedoch erwarten wir häufig, dass sie einfach und pflegeleicht sei. Dass sie glückt, ohne dass wir uns großartig darum kümmern müssen. Dass sie gedeiht, ohne dass ihr viel Nahrung zuteil würde.

Immer wieder sagen Paare, sie brauchen keine Therapie, so schlecht gehe es ihnen (noch) nicht. Immer wieder beginnen Paare während einer Trennungsbegleitung darüber zu trauern, was vielleicht möglich gewesen wäre, hätten sie früher, früh genug mit therapeutisch begleiteter Beziehungsarbeit und dem damit einsetzenden Prozess einer Bewusstseinsänderung begonnen. Auch Pflanzen brauchen Wasser, bevor sie am Austrocknen sind.

 

Angst vor dem Ende der Beziehung durch ein Hinschauen

Viele Menschen zögern, mit ihrer PartnerIn zur Paartherapie oder zu einem Paarworkshop zu gehen, weil sie unsicher sind, was für Konsequenzen sich daraus für sie selbst und für die Beziehung ergeben könnten. Diese Sorge ist nicht unbegründet, da das Ergebnis nicht unmittelbar absehbar ist. Allerdings enthält auch das Wegschauen keine Garantie, wie viele Trennungen zeigen. Und ohne ein Hinschauen und Hinspüren nicht nur auf Schönes, sondern auch auf Schwieriges und Verletzliches in einer Beziehung bleiben die vielen Chancen auf persönliches Wachstum und gegenseitiges Heilen meist ungenutzt.

 

Schuldgefühle

Manche Menschen fühlen sich in ihrer Beziehung schuldig oder zumindest beschuldigt und fürchten, dem könnte in einem therapeutischen Setting mehr Raum und Gewicht gegeben werden.

Eine (Imago-)Beziehungstherapie ist kein Gerichtsverfahren und kein Test. Es geht nicht darum herauszufinden, wer mehr Schuld hat, wer weniger, wer Recht hat, wer Unrecht. Vielmehr geht es darum zu begreifen, dass in einer Beziehung zwei verletzte/verletzliche Menschen zusammen kommen, die einander durch die Art und Weise, wie sie sich zu schützen versuchen, immer wieder verletzen, und mit einem besseren Verständnis dieses Zusammenhangs die Sicherheit und Verbundenheit in der Beziehung zu erhöhen.

 

Schamgefühle und die schmutzige Wäsche, die zuhause gewaschen werden soll

Trotz Bemühungen in den späten 60er und 70er Jahren, privaten Belangen eine öffentliche Stimme zu verleihen, ist es auch heute noch vielen Menschen unangenehm, sich nicht nur Schwierigkeiten in ihrer Liebesbeziehung einzugestehen, sondern sich darüber hinaus professionelle Unterstützung von außen dafür zu suchen. Es fällt oft nicht leicht, mit anderen Menschen über intensive Gefühle und häufig als peinlich erlebte Verhaltensweisen zu sprechen, egal ob in einer Paartherapie mit der TherapeutIn oder in einem Gruppensetting wie einem Paarworkshop.

Umso schöner ist es immer wieder zu erleben, wie erleichtert und entlastet viele Menschen sind, wenn sie den Schritt  zur Therapie oder zum Workshop einmal geschafft haben, von der Erkenntnis und Erfahrung, wie „normal“ ihr Verhalten und Erleben ist, wie verbreitet viele Beziehungsmuster sind und dass alle Paare belastende Phasen durchlaufen. Das Rad muss nicht von jedem Paar neu erfunden werden!