Bettina Fraisl - imago - Beziehungstherapie

Deutsch/English

Kopfbild für Was ist Imago?

Was ist Imago?

„Wir werden in Beziehung geboren, wir werden in Beziehung verletzt, und wir können in Beziehung heilen.“ Harville Hendrix

Der Begriff Imago kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet in der Imago-Theorie ein inneres Bild, das sich im Laufe der Kindheit formt und den Hintergrund dafür bildet, in wen wir uns verlieben. Besonders prägende Charakteristika enger Bezugspersonen fließen ebenso in dieses Bild wie Aspekte, die in uns selbst unterdrückt wurden. Es ist ein spannender und lehrreicher Prozess, das eigene Imago kennen zu lernen, durch das verstehbar wird, was und wen wir in einer Liebesbeziehung unbewusst suchen.

Dass wir jemanden suchen, mit dem oder der wir Verletzungen unserer Kindheit wieder in Szene setzen, um gemeinsam zu wachsen und zu heilen, ist eine Grundthese der Imago-Theorie und -Therapie. Das innere Kind in uns selbst ebenso wie in unserem Gegenüber zu verstehen und zu erfühlen ist ein elementarer Bestandteil therapeutisch begleiteter Beziehungsarbeit. Warum ärgern uns bestimmte Dinge, die andere kalt lassen? Wie kommt es, dass uns etwas tief treffen kann, das jemand anders kaum ein Lächeln kostet? Welche Bedürfnisse stehen hinter unseren wunden Punkten, und wo kommt unsere Verletzlichkeit her? Wie können wir unsere blinden Flecken bearbeiten, unsere Bedürfnisse kommunizieren, unterdrückte Selbstanteile nicht auch noch in Anderen bekämpfen und unseren Beziehungsraum sicher, heilsam und nährend gestalten?

Fragen wie diesen geht Imago auf den Grund. In einer Imago-Therapie versuchen wir das innere Kind und seine Schutzmechanismen vor dem Hintergrund der Erkenntnis- und Entscheidungsmöglichkeiten des/der Erwachsenen zu begreifen und bewusstere Wege zu gehen. Voraussetzung dafür ist vor allem die Bereitschaft, an sich selbst und an der Beziehung zu arbeiten. Strukturierte Prozesse wie der Imago-Dialog laden dazu ein, über eine imaginäre Brücke in die Welt des/der Anderen zu gehen, um diese in ihrer Beschaffenheit und mit ihrer Geschichte wahrnehmen und verstehen zu lernen. Durch diese gegenseitigen Besuche wird der gemeinsame Beziehungsraum sensibler und sicherer, die Wahrnehmung voneinander bewusster und wahrhaftiger, und der Energiefluss zwischen einander ein dynamisch verbindender.

Die Imago-Theorie macht plausibel, warum langfristige Beziehungen nicht einfach sind, und sie zeigt auf, welches Potential für dauerhafte Freude und nachhaltiges Glück in der Komplexität von Beziehungen liegt. Die Imago-Therapie unterstützt Sie bei der Entfaltung dieses Potentials.

 

Links und Literatur zu Imago:

 

Links:

Imago Austria: www.imagopaartherapie.at

Imago Relationships International: www.imagorelationships.org

Relationships First: www.relationshipsfirst.org

 

Literaturtipps:

Harville Hendrix: So viel Liebe wie Du brauchst. Der Wegbegleiter für eine erfüllte Beziehung. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Dr. Simone Wilhelms-Kind und Margit Schröer. Renate Götz Verlag 2012 (neu ergänzte und überarbeitete deutsche Ausgabe).

Harville Hendrix: Ohne Wenn und Aber: Zur Liebe fürs Leben – für Singles und Paare! Aus dem Amerikanischen übersetzt von Claudia Preuschoft. Renate Götz Verlag 2007.

Harville Hendrix, Helen LaKelly Hunt: So viel Liebe wie mein Kind braucht. Der gemeinsame Weg in ein erfülltes Leben. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Margit Schröer. Fachliche Beratung: Mag.a Sandra Teml-Jetter. Renate Götz Verlag 2008.

Harville Hendrix, Helen LaKelly Hunt: Liebe annehmen – eine Kunst? Lass Dich lieben und verändere dadurch Deine Beziehung. Übersetzung aus dem Amerikanischen von Margit Schröer. Renate Götz Verlag 2009.

Harville Hendrix, Helen LaKelly Hunt: Liebe einfach... und eure Partnerschaft blüht auf. Übersetzung aus dem Amerikanischen von Margit Schröer. Renate Götz Verlag 2013.

Tammy Nelson: Der Sex meiner Träume. Mit dem Imago-Dialog zu neuer Leidenschaft. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Margit Schröer. Renate Götz Verlag 2008.

Sabine Bösel, Roland Bösel: Leih mir dein Ohr und ich schenk dir mein Herz. Wege zu einer glücklichen Liebesbeziehung. Unter der Mitarbeit von Daniela Pucher. Orac 2010.

Sabine Bösel, Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel? Über Risiken und Nebenwirkungen des emotionalen Erbes fragen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner. Gemeinsam mit Daniela Pucher. Orac 2013.